Die Geschichte des Darmstädter Wingolfs

Darmstädter Jugendstilwappen

Gründung 1899

Unsere Verbindungsgeschichte beginnt mit der Gründung am 19. Mai 1899 auf der Marienhöhe. Man hatte vom Wingolfsbund gehört, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, das Christentum stärker in der Studentenschaft zu verwurzeln.

Aufnahme in de Wingolfsbund 1901

Es gab zunächst Schwierigkeiten in den Wingolfsbund aufgenommen zu werden, da das Abitur unbedingte Voraussetzung für die Aufnahme in eine Studentenverbindung, allerdings nicht für ein Studium an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt war. Allen Schwierigkeiten zum Trotz wurde der Darmstädter Wingolf 1901 in den Wingolfsbund aufgenommen.

Erste Vorortschaft 1919

Dass der Darmstädter Wingolf sich gut in den Wingolfsbund integrierte, zeigt sich an der Vorortsübernahme 1919 als erste technische Verbindung.

Hauskauf Prinz-Christians-Weg

Im Wintersemester 1926/1927 wurde das Verbindungsleben häuslich. Im Prinz-Christians-Weg 17 erhielten wir unsere Heimat.

Zweite Vorortschaft 1934

Die Jahre 1934 und 1935 waren geprägt von der Umsetzung des Führerprinzips im Wingolfsbund, welcher sich damals keine gesellschaftliche Gruppierung entziehen konnte, sofern sie weiter bestehen wollte.

Vertagung 1935

Mit dem Aufgehen sämtlicher Studentenverbindung im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund und dem damit verbundenen Zwang zur Satisfaktion vertagte sich der Darmstädter Wingolf. Das Haus wird noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges verkauft.

Wiedergründung 1948

Am 19. Mai 1948 versammelten sich wieder Studenten der Technischen Hochschule Darmstadt auf der Darmstädter Marienhöhe, um den Geist des Wingolfs hier wieder auferstehen zu lassen.

Hauseinweihung Alexandraweg 1953

Nachdem man das Haus im Prinz-Christians-Weg nicht wieder hatte erstehen können, brauchte die Verbindung eine neue Heimat, die sie sich auf dem Trümmergrundstück Alexandraweg 7 selbst schuf. Die Hauseinweihung fand am 23. Mai 1953 statt.

Dritte Vorortschaft 1953

Nachdem die Wartburgfeste nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr am traditionellen Ort in Eisenach stattfinden konnten, wurde das 45. Wartburgfest des Wingolfsbundes, ausgerichtet durch den Darmstädter Wingolf, in Schwäbisch Hall gefeiert.

Vierte Vorortschaft 1973

Das vom Darmstädter Wingolf ausgerichtete Wartburgfest fand im nahen Odenwald, in Michelstadt, statt.

Fünfte Vorortschaft 1983

Das bisher letzte vom uns ausgerichtete Wartburgfest fand in Königstein im Taunus statt.

100-jähriges Bestehen 1999

Am 19. Mai 1999 feierte der Darmstädter Wingolf auf der Marienhöhe sein 100-jähriges Bestehen.

Geschichte Darmstadts

Am Anfang der Geschichte Darmstadts steht eine kleine dörfliche Siedlung, die erstmals Ende des 11. Jahrhunderts urkundlich als Darmundestat namentlich erwähnt wird. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichteten die Grafen von Katzenelnbogen hier eine Wasserburg, die den nördlichen Ausgangspunkt der als Verkehrsweg viel genutzten Bergstraße und damit den Verkehr zwischen Heidelberg und Frankfurt kontrollierte.

1330 erhalten die Grafen für ihren Ort Darmstadt das Stadtrecht durch den Kaiser. Mit dem Aussterben des Geschlechts Katzenelnbogen 1479 fiel die Grafschaft als Erbe an die Landgrafen von Hessen, die in Marburg residierten. Erst durch diesen Erbfall wurde Darmstadt hessisch. Der Ort jedoch geriet ganz an den Rand des hessischen Territoriums und verlor daher an Bedeutung.

1527 wird in Darmstadt die Reformation eingeführt. In Folge der Bauernkriege wird auch Darmstadt schwer beschädigt.

Einen Neubeginn und ihre erste Blütezeit erlebte die Stadt, als sie im Jahre 1567 zur Residenz erhoben wurde. Georg, der jüngste Sohn des im gleichen Jahr verstorbenen hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen, erbte die alte Obergrafschaft Katzenelnbogen und erhob als Georg I. Darmstadt 1567 zu seiner Residenz.

Die erste Blüte der jungen Hauptstadt wurde durch die Leiden und Nöte des 30 jährigen Krieges jäh unterbrochen. Darmstadt litt, wie viele Städte zu dieser Zeit, unter der Pest und den Folgen des Krieges. Eine nächste Blüte erlebte die Stadt unter Landgräfin Karoline, der Großen Landgräfin. In die Geschichte ging sie ein, weil sie ab 1771 einen Kreis von Musikern, Dichtern und anderen Schöngeistern um sich versammelte, den Kreis der Empfindsamen, dem Karoline, Johann Heinrich Merck, Johann Gottfried Herder, Klopstock, Wieland und der junge Goethe angehörten.

Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert brachte für die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und für deren Hauptstadt Darmstadt einen bedeutenden Entwicklungsschub. Die territorialen Umwälzungen der napoleonischen Zeit, die mit der Säkularisation 1802/03 einsetzten und über die Gründung des Rheinbundes und das Ende des Alten Reiches 1806 bis zum Wiener Kongress 1815 führten, hatten aus der kleinen Landgrafschaft das auf mehr als das doppelte seines ursprünglichen Territoriums angewachsene Großherzogtum Hessen mit der neuen Provinz Rheinhessen entstehen lassen.

Die Hauptstadt erhielt eine neue Bedeutung als Verwaltungssitz eines beträchtlich vergrößerten souveränen Staates. Diesem Zuwachs konnte nur mit einer groß angelegten Stadterweiterung begegnet werden, die der 1810 nach Darmstadt berufene Architekt Georg Moller in enger Zusammenarbeit mit Ludewig I. ins Werk setzte. Es entstand in wenigen Jahrzehnten eine ganz neue Stadtanlage im Westen, welche die alte Stadt an den Rand drängte und das Zentrum Darmstadts an den neuen, nach Großherzogin Luise benannten Platz verlegte.

Mit dem Tod Großherzog Ludewigs I. setzte unter seinem Nachfolger Ludwig II. (1830-1848) eine Phase der politischen Restauration ein. Bekanntestes Opfer der neuen Politik war der Darmstädter Arztsohn Georg Büchner, der 1834 in Darmstadt eine Sektion der revolutionären Gesellschaft der Menschenrechte gründete und den Hessischen Landboten herausgab. Büchner machte vor allem auf das starke soziale Gefälle zwischen der Bevölkerung der wohlhabenden Residenz und dem erbärmlichen Leben der Landbevölkerung, etwa im Odenwald aufmerksam.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts stand in Darmstadt ganz im Zeichen einer raschen Industrialisierung. Bereits 1836 zählte ein Darmstadtführer mehrere Manufakturen auf, darunter eine Tapeten-, eine Hemden-, eine Hut-, eine Spielkarten- und eine Zündholzfabrik sowie eine Maschinenbauanstalt. Die von dem Apotheker Heinrich Emanuel Merck begründete chemisch-pharmazeutische Fabrik produzierte ab 1842 auf dem Gartengelände am heutigen Mercksplatz.

Im August 1846 wurde der Main-Neckar-Bahnhof eröffnet und die Bahnstrecke Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt für den Verkehr freigegeben. 1858 folgten die Bahnstrecken nach Mainz und Aschaffenburg, 1869 die Odenwaldbahn und 1871 die Riedbahn von Darmstadt nach Worms.

Auch auf dem Bildungssektor trug man der Entwicklung Rechnung. Zur bereits 1821/22 errichteten Real- und Technischen Schule kam 1877 schließlich eine Höhere Gewerbeschule, die 1878 zur Polytechnischen Schule und 1887 schließlich zur Technischen Hochschule erhoben wurde.

Der letzte Darmstädter Großherzog Ernst Ludwig (1892-1918) war ebenso wie Ludewig I. durch Neigung und Begabung mit den Künsten verbunden, er malte, komponierte und schrieb Gedichte. Die entscheidende Bedeutung Ernst Ludwigs für die Kunst liegt jedoch in der 1899 erfolgten Berufung von sieben Künstlern nach Darmstadt und der Gründung einer Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe, mit der er in Darmstadt völlig neue Wege beschritt.

Der Erste Weltkrieg unterbrach die Aufwärtsentwicklung Darmstadts. Die politischen Umwälzungen bei Kriegsende mündeten in die Absetzung des Großherzogs und die Begründung einer zumindest von den demokratischen Kräften Hessens begrüßten Republik.

Zum 01. April 1937 wurden die Vororte Arheilgen und Eberstadt nach Darmstadt eingemeindet, das damit Großstadt mit mehr als 110.000 Einwohnern wurde.

A quiet trip all around, with everything going according to plan, beschrieb ein englischer Bomberpilot das furchtbarste Ereignis der Darmstädter Geschichte, die totale Zerstörung der alten Haupt- und Residenzstadt in der Nacht vom 11. zum 12. September 1944. 235 Bomber der Royal Air Force verwandelten die alte Haupt- und Residenzstadt in eine ausgedehnte Trümmerwüste. Der perfekte Ablauf des nach einer neuen Strategie geflogenen Angriffs kostete über 11.000 Menschen das Leben und zerstörte die Stadt zu fast 80%.

Nachdem Darmstadt nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges keine Residenzstadt mehr war, gestaltete sich der kulturelle Wiederaufbau recht schwierig. Doch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die alljährlich mit dem Georg-Büchner-Preis den bedeutendsten deutschen Literaturpreis vergibt, fand hier ihren Sitz.

Dass die Darmstädter das Feiern nicht verlernt hatten, zeigte das 1951 als identitätsstiftende Maßnahme begründete und seitdem jährlich veranstaltete Heinerfest, das anfänglich zwischen Baracken und Ruinen stattfand.

Auch auf wirtschaftlichem Gebiet verzeichnete Darmstadt Erfolge. Nach der erfolgreichen Ansiedlung der rauchlosen Industrie gab es eine kontinuierliche Ergänzung durch neue Betriebe, vor allem auf dem Gebiet von Dienstleistungen und hier speziell bei Computer-Programmen. Stark gewachsen ist in den letzten Jahrzehnten der Sektor Software, der Programme für Computer erarbeitet. In der Fachwelt wird Darmstadt deshalb als heimliche Software-Hauptstadt bezeichnet.

Auf dem Gebiet der Weltraumforschung entwickelte sich Darmstadt zu einem wichtigen europäischen Zentrum: zunächst erhielt 1967 das Europäische Raumflugkontrollzentrum der ESA (European Space Agency), ESOC, seinen Sitz in Darmstadt. Neunzehn Jahre später folgte ihm die Zentrale der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten (EUMETSAT). Seitdem gilt Darmstadt als das Zentrum der europäischen Weltraumfahrt.

Geschichte der Technischen Universität Darmstadt

Ihren Anfang hat die Technische Universität Darmstadt in der zu Beginn des 19.Jahrhunderts gegründeten Bauschule für Darmstädter Handwerker, welche im Jahr 1868 zu einer Polytechnischen Schule erhoben wurde, die bereits als Technische Hochschule bezeichnet wurde.

Als Aufnahmebedingungen galten jedoch damals noch ein Mindestalter von 16 Jahren und ein Realschulabschluss. Durch die Anerkennung der Polytechnischen Schule als gleichwertigem Bildungsinstitut zu den preußischen Schulen im Jahr 1876 wurde sie ein Jahr darauf durch Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein zur Großherzoglich Hessische Technische Hochschule zu Darmstadt umbenannt. So galt ab dem Wintersemester 1880/81 nur noch das Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss als einzige Aufnahmebedingung. Die Gleichstellung zu anderen Hochschulen wurde spätestens mit der Verleihung des Promotionsrechts im Jahr 1899 erreicht. Mit der Etablierung der Elektrotechnik als selbstständige Disziplin Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen Renommee und Attraktivität der Technischen Hochschule Darmstadt rapide. 1933 wurde auch sie im Zuge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gleichgeschaltet. Jüdische Wissenschaftler verloren ihre Stelle und wurden gezwungen ins Exil zu gehen. Beim Luftangriff auf Darmstadt am 11. September 1944 werden weite Teile der Hochschule zerstört und der Lehrbetrieb kann infolge dessen erst 1946 wieder aufgenommen werden. 1948 führt die TUD als eine der ersten Hochschulen den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ein. Mit dem Erlass des Hessischen Hochschul- und Universitätsgesetzes im Jahr 1970 treten im Rahmen der Präsidial- und Einheitsverwaltung neben Konvent und Senat die ständigen Ausschüsse. Die Fakultäten werden in Fachbereiche umbenannt. Im Oktober 1977 feierte die Technische Hochschule das hundertjährige Jubiläum ihrer Erhebung zur Technischen Hochschule. Im Herbst 1997 wurde die Technische Hochschule in Technische Universität umbenannt. Seit dem 1. Januar 2005 ist die TU Darmstadt als erste deutsche Universität autonom. Es sollen neue Entscheidungsstrukturen erprobt werden, u.a. kann die Hochschule den Haushalt und die Liegenschaften selbst verwalten und selbständig mit Professoren über ihr Gehalt und ihre Ausstattung verhandeln und sie ernennen. Die etwa 18.000 Studierenden sind an zwei Standorten, dem Campus Stadtmitte und dem Campus Lichtwiese, untergebracht. In den 13 Fachbereichen der Technischen Universität Darmstadt werden 90 Studiengänge angeboten.

Geschichte der Hochschule Darmstadt

Die Wurzeln zahlreicher Fakultäten der Hochschule Darmstadt liegen in mehreren höheren Schulen, die seit dem 19. Jahrhundert in Darmstadt gegründet wurden und mit der Gründung der Fachhochschule Darmstadt am 1. August 1971 unter einem Dach zusammengeführt wurden.

Die Wurzeln zahlreicher Fakultäten der Hochschule Darmstadt liegen in mehreren höheren Schulen, die seit dem 19. Jahrhundert in Darmstadt gegründet wurden und mit der Gründung der Fachhochschule Darmstadt am 1. August 1971 unter einem Dach zusammengeführt wurden. Die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen entstammen aus der 1876/77 gegründeten Landesbaugewerkschule Darmstadt, der Fachbereich Gestaltung der 1907 gegründeten Werkkunstschule Darmstadt, der Fachbereich Maschinenbau in der 1920 gegründeten Städtischen Maschinenbauschule Darmstadt und der Fachbereich Chemische Technologie aus der 1941 gegründeten chemotechnischen Fachschule. Am 31. Mai 2005 wurde durch den Senat der Hochschule beschlossen, den Namen zum 1. März 2006 in Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences (h_da) umzubenennen. Heute studieren die etwa 11.000 Studierenden an fünf verschiedenen Standorten in Darmstadt sowie auf dem Campus Dieburg.

Geschichte der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD)

Die Evangelischen Hochschule Darmstadt (vormals Evangelische Fachhochschule Darmstadt) wurde 1971 durch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau als eine staatlich anerkannte nichtsstaatliche Fachhochschule errichtet. Die Träger sind neben der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck und das Diakonische Werk in Hessen und Nassau.

Die Ursprünge liegen jedoch weiter zurück. So gab es schon seit 1929 eine Wohlfahrts- und Pfarrgehilfinnenschule in Darmstadt, die durch den Hessischen Diakonie-Verein getragen wurde. Am 3. Mai 1949 begann das Elisabethenstift in Darmstadt mit ersten Kursus seine Bibelschule - Kirchlich anerkannte Frauenschule für den Dienst in der Kirche und Inneren Mission. Der wechselvolle Weg beider Einrichtungen aus verschiedenen Wurzeln der Diakonie mündete in die Evangelische Hochschule Darmstadt. Deren Fachbereiche Soziale Arbeit, Pflegewissenschaften und berufsbegleitende Aufbaustudiengänge setzen unter gewandelten gesellschaftlichen und kirchlichen Bedingungen ihre Geschichte fort. Heute kann man an der EHD Darmstadt Studienabschlüsse in vier Bachelor-Studiengängen, drei konsekutiven und vier kooperativen Master-Studiengängen erzielen.